Pain vor Pitch
Zuerst das Kundenproblem verstehen, erst dann Technologie verkaufen.
Vertrauen, Empfehlungen, öffentliche Belege, Technical Champions und Events schaffen die Basis für ein echtes Kundengespräch.
Zuerst das Kundenproblem verstehen, erst dann Technologie verkaufen.
Gute Delivery erzeugt Empfehlungen und erleichtert die nächste Einführung.
Nach dem Treffen prüft der Lead, ob der öffentliche Footprint die Aussagen stützt.
Nicht nur Kontakte, sondern Trends und Pain Points mitbringen.
Das erste kommerzielle Ziel ist nicht der Verkauf, sondern genug Vertrauen und Relevanz für ein Follow-up-Meeting.
Aus dem primären ukrainischen Transkript rekonstruiert. Redaktionelle Korrekturen und externe Ergänzungen sind im Material ausdrücklich markiert.
Chronologie: 8. September 2026 · dritte Veranstaltung. Primärquelle: vollständiges Transkript. Wendepunkt des Kurses: von „Wer kann die Arbeit ausführen?“ zu „Wie erfährt ein potenzieller Kunde überhaupt von uns?“.
Die Vorlesung beginnt mit zwei Firmen, die noch keinen Vertrag geschlossen haben. Der Kunde besitzt eine Idee, ein Problem oder eine Produktanforderung, aber ihm fehlen Kapazität, Fachwissen, Zeit oder technische Ressourcen. Der Dienstleister verfügt über Ingenieurkompetenz, darf jedoch nicht einfach annehmen, dass sein bevorzugter Technologie-Stack automatisch zum Kundenbedarf passt.
Das zentrale Prinzip der Vorlesung:
Verkaufen Sie Ihre Technologie nicht als Antwort, bevor Sie das Problem des Kunden verstanden haben.
Im Pre-Sales-Prozess wird zunächst das eigentliche Problem identifiziert; erst danach werden einschlägige Erfahrungen, ein Team oder mögliche Lösungsrichtungen vorgestellt.
Als besonders starker Kanal wird die Empfehlung aufgrund früherer erfolgreicher Arbeit beschrieben. Der Vergleich mit einer vertrauenswürdigen Werkstatt ist absichtlich einfach: Wer selbst ein gutes Ergebnis erlebt hat, überträgt beim Weiterempfehlen einen Teil seines Vertrauens auf den Dienstleister.
Beziehungen zwischen Unternehmen funktionieren ähnlich:
Erfolgreiche Lieferung
↓
persönliches Vertrauen zu konkreten Menschen
↓
Wechsel dieser Menschen zwischen Firmen und Rollen
↓
neue Empfehlung
↓
Erstkontakt zu einer Geschäftsmöglichkeit
Entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen dem Ruf eines Unternehmens und dem persönlichen Ruf seiner Engineering-Führungskräfte.
Die Vorlesung unterscheidet mehrere Kanäle.
Werbung muss nicht unmittelbar einen Kundenklick auslösen. Ihr weiteres Ziel ist Wiedererkennung: Der Firmenname ist bereits vertraut, sodass eine spätere Begegnung auf einer Fachveranstaltung nicht bei null beginnt.
Praktische Lehre: Werbung soll Regionen und Zielgruppen mit tatsächlich vorhandenem Kundenbedarf ansprechen, statt bloß Sichtkontakte zu sammeln.
Nach einer ersten Begegnung prüft ein potenzieller Kunde:
In diesem Modell ist die Website keine allein auf schöne Gestaltung ausgerichtete Broschüre, sondern eine Sammlung von Belegen für die Glaubwürdigkeit des Erstkontakts.
Regelmäßige Fachbeiträge zeigen, dass sich das Unternehmen und seine Fachkräfte kontinuierlich mit einem Thema befassen, anstatt es nur beiläufig in einem Gespräch zu erwähnen. Besonders wertvoll sind Inhalte, die eine Technologie mit einem geschäftlichen Ergebnis oder einem echten Ingenieurproblem verbinden.
Die Vorlesung führt die Rolle des „Champions“ ein: eine sichtbare technische Fachperson, die ein Unternehmen zu einer Konferenz, Branchenveranstaltung oder einem ersten Kundengespräch entsenden kann.
Diese Person benötigt eine Kombination aus:
Das muss nicht der stärkste enge Spezialist des Unternehmens sein. Die Wahl des Vortragenden ist eine eigene Optimierungsaufgabe: Thema × Zielgruppe × Sprecher × kommerzielles Ziel.
Die Vorlesung unterscheidet mehrere Teilnahmeformen:
| Format | Vorgehen | Vorteil | Risiko / Kosten |
|---|---|---|---|
| Besucher / aktive Kontaktaufnahme | Messestände besuchen und Personen ansprechen | Niedrigste Kosten; aktives Networking | Kontakte müssen selbst initiiert werden |
| Eigener Messestand | Menschen an den eigenen Stand bringen | Möglichkeit, ein Produkt zu demonstrieren | Hoher Vorbereitungsaufwand und hohe Kosten |
| Kombination | Eigener Stand und aktive Kontaktaufnahme | Größte Abdeckung | Höchster Team- und Logistikbedarf |
| Vortragender | Fachvortrag zu einem passenden Thema halten | Expertise sichtbar machen und eingehendes Interesse gewinnen | Vortragsplatz schwer zu erhalten; erheblicher Vorbereitungsaufwand |
Besonders betont wird, dass eine Geschäftsreise lange vor dem Abflug beginnt. Zur Vorbereitung gehören Website, Fachinhalte, Visitenkarten und digitale Kontakte, eine Zielfirmenliste, passende Fallstudien, Demos, Präsentationsmaterialien und klar definierte Rollen der Delegation.
Der Dozent beschreibt ein Modell, in dem mehrere Funktionen auf einer Veranstaltung zusammenwirken:
Bei wiederholter Zusammenarbeit übergibt ein solches Team Kontakte zunehmend schneller vom Small Talk an das technische Folgegespräch.
Es genügt nicht zu erklären, „wie großartig wir sind“. Sinnvoller ist folgender Zyklus:
Beobachten
↓
gezielt fragen
↓
Problem / Engpass / Trend identifizieren
↓
einschlägige Belege vorlegen
↓
Folgegespräch vereinbaren
Ein gelungenes Erstgespräch bedeutet noch keinen Vertrag. Im Kurskontext ist ein Lead ein Kontakt mit ausreichend gegenseitigem Interesse für ein weiteres Gespräch.
Die Vorlesung beschreibt einen zweiten Nutzen von Fachveranstaltungen: Marktinformationen. Nach der Rückkehr sollte das Team wissen:
Eine Messe ist somit gleichzeitig ein Kanal zur Lead-Generierung und eine Form der praktischen Marktforschung.
Das Transkript enthält einzelne Bewertungen der Wirksamkeit von Kanälen, Aussagen über „Top drei“ sowie Beispiele aus persönlicher Erfahrung. Die Notizen behandeln dies als Beobachtungen des Dozenten, nicht als statistisch belegte allgemeine Konversionskoeffizienten. Jedes Unternehmen sollte eigene Konversionsraten anhand seiner CRM-Analysen berechnen.
Sobald ein Kontakt hergestellt wurde, beginnt die schwierigere Aufgabe: Aufmerksamkeit in fachliches Vertrauen und einen formellen Pre-Sales-Prozess zu verwandeln. Die nächste Veranstaltung behandelt Messeeindrücke ausführlicher, Erst- und Folgegespräche, Recherche zum Kunden sowie die ersten formellen Anfragen RFI, RFQ und RFC.